Wus Kitchen Darmstadt: Nette Idee mit Schwächen im Service

Vor ein paar Wochen hatte ich ja einen netten Abend in der Tapas Bar Terras Del Rey verbracht und gleich im Anschluss begannen dann bei uns die Planung für das nächste Testessen. Am Ende fiel die Entscheidung auf das Wus Kitchen Darmstadt. Interessant war hier vorallem, dass es kein stinknormaler Asiate mit Massenbüffet war, sondern ein ganz interessantes Konzept dahinter steckte bei dem man sich über 5 Runden jeweils 5 Gerichte von der Karten bestellen konnte. Die Herausforderung habe ich gerne angenommen, aber wir wurden teilweise etwas enttäuscht.

Ambiente

Das Wus Kitchen Darmstadt kannte ich schon aus der Vergangenheit. Genauer gesagt kannte ich den Vorgängerladen Lotus Garten oder sowas. Was den Vorgänger angeht, so hat sich das Ambieten doch sehr stark verbessert.  Sieht es von Draussen noch eher pfui aus, macht sich die wahre Pracht erst bemerkbar, wenn man im 1. Stock dann durch die Eingangstür geht. Die Innenausstattung ist sehr edel mit einem schönen marmorartigen Boden. Platz ist da bestimmt für 80+ Personen. Mein erster Gedanke hat mich an eine VIP Lounge oder so erinnert. Die Tische sind ebenfall schön eingedeckt. Der Blick zur Küche ist ebenfalls offen und nur durch ein Holzgitter leicht verdeckt.

Das Mobiliar macht ebenfalls einen sehr edlen Eindruck.

Die Sanitäranlagen versprühen einen gewissen Touch von Rotlichtmilieu, sind aber sehr hochwertig und vor allem sauber.

Vom Lautstärkenpegel ist es dann doch recht laut geworden und dabei war gerade mal die Hälfte der Plätze besetzt.

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Essen und Trinken

Von der Auswahl her kann man sich zwischen Sushi oder dem üblichen Asia Food entscheiden. Es gibt auch Suppen / Ramen und die üblichen Vor- und Nachspeisen. Auch die Getränkekarte birgt keine großen Überraschungen und hat eigentlich so fast alles was das Herz begehrt.

Im Wus Kitchen gibt es die Möglichkeit entweder a la carte zu bestellen oder das All-You-Can-Eat zu nehmen.  Zu beachten ist, dass wenn man sich für das All-You-Can-Eat entscheidet, dann jeder am Tisch das nehmen muss. Damit möchte man wohl verhindern, dass auf dem Tisch Essen hin und her geschoben wird. Bei uns gab es dann 7x All-You-Can-Eat.

Wenn man sich für das All-You-Can-Eat entscheidet, dann erhält man einen kleinen Bogen zum Ausfüllen, wo man für jede Runde sein Gericht aus der Karte auswählen kann. Es waren dabei über 100 verschiedene Gerichte zur Auswahl von der Vorspeisee über gebratene Ente und Sushi bis hin zur gebackenen Banane als Nachtisch. Wir haben eigentlich quer durch die Karte bestellt und insgesamt waren wir geschmackstechnisch sehr zufrieden. Vereinzelt waren die Portionen eher klein, deswegen sollte man gerade beim 1. Durchgang auch die vollen 5 Gerichte ausschöpfen, die man bestellen kann. Dann bekommt man auch ein Gefühl für die Größe der Portionen.

Vereinzelt gab es aber auch das ein oder andere Problem. Das Rindfleisch meiner Frau war so knorpelig, dass meiner Frau der Apettit daran vergangen ist und ich das dann essen musste. Auch beim Sushi hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Nori Algenblätter ihre beste Zeit hinter sich hatten. Teilweise war es hier doch sehr zäh und schwierig das Sushi zu kauen und ich habe schon eine Menge Sushi in meinem Leben gegessen, habe sowas aber noch nie erlebt. Geschmacklich war aber auch das Sushi sehr lecker, wenn man von den Noriblättern mal absieht.

Beim Nachtisch haben wir ebenfalls nochmal reingehauen und eigentlich alle Desserts, die es gab, bestellt. Das gebackene Eis ist sehr geil. Das sollte man auf jeden Fall mal ausprobieren. Auch die Sesambällchen waren so wie ich es erwartet hatte, sau lecker. Einen Bogen sollte man evtl. um den Obstsalat machen. Der Obstsalat bestand genauer gesagt auch nur aus Orange mit ein paar Stücken Melone, wobei die Melone hier wohl auch schon ihre beste Zeit hinter sich hatte. Das Dim Sun war auch ganz interessant, für meinen Geschmack aber etwas zu trocken.

Insgesamt waren wir, bis auf ein paar vereinzelte Ausnahmen, sehr zufrieden mit dem was wir so gegessen hatten.

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Service

Der Service im Wus Kitchen war so eine Sache. Auf Mein-suedhessen.de konnte man lesen:

Alles wird hier frisch zubereitet, denn Familie Wu, denen das Restaurant gehört, legt besonderen Wert auf gute Qualität und Service

Das konnten wir leider überhaupt nicht bestätigen. Anfangs war noch alles sehr freundlich, was auch daran lag, dass noch nicht viel los war. Wir erhielten unsere Bögen, wo wir unsere Bestellungen aufgeben konnte, die dann gleich per Smartphone aufgenommen wurden. Nach relativ kurzer Zeit kam dann auch das erste Essen, wo dann das Chaos so langsam began. Wir hatten erwartet, dass der ganze Tisch auf einmal sein Essen bekommt oder wenigstens die Person, die ihre jeweilige Bestellung aufgegeben hat. Leider kam es komplett kreuz und quer und wurde im Laufe des Abends immer chaotischer. Doof ist es halt, wenn man sich eine Sauce mit Reis auswählt, aber der Reis zuerst kommt und man dann 20 Min auf die Sauce dazu warten muss. Nachdem wir dann auch die nächsten Runden aufgegeben haben, wurde es immer chaotischer. Ich hatte eigentlich in Runde 2 nur 4 Sushi Gerichte bestellt gehabt, das letzte davon habe ich dann etwa 3h später erhalten als die Bedienung mein Sushi Geschirr abräumen wollte. Anfangs ging es noch kreuz und quer und immerhin kam das ein oder andere Essen an, aber regelmäßig war es das Falsche oder die Zettel zu den Gerichten waren so unlesbar, dass die Bedienung damit wieder umgedreht ist. 120 Minuten sollten die 5 gehen, nach ca. 2h hatten wir gerade mal so 10 von 25 Gerichten durch. Die Wartezeit wurde auch immer länger und langsam machte sich bei uns am Tisch ziemliche Unruhe bemerkbar, was auch bei dem ein oder anderen Tisch neben uns zu spüren war. Ganz komisch war es dann als der eine Koch auf einmal anfing die Küche sauberzumachen. Als dann auch keine Bedienung mehr kam, sind wir schon davon ausgegangen, dass wir gleich bezahlen müssen und rausgeworfen werden. Irgendwann fingen wir dann an Gerichte von unserer Bestellung zu streichen, um dann wenigstens noch Nachtisch zu bekommen. Nachdem wir dann nochmal etwas intensiver einer Bedienung unserer Bestellbögen in die Hand gedrückt haben, gab es dann nach 30 Min doch noch etwas Nachtisch. Zu dem Zeitpunkt waren auch die Getränke auf dem Tisch schon seit fast einer Stunde leer.

Insgesamt muss man sagen, dass der Service komplett schief gegangen ist. Man bekam als Gast ein sehr unangenehmes Gefühl. Wir haben schon für uns diskutiert, ob wir einfach gehen und nur die Hälfte zahlen, wenn überhaupt. Leider hat man sich auch zu keiner Sekunde entschuldigt, dass etwas schiefgelaufen ist. Selbst als ich beim Bezahlen das Chaos nochmal angesprochen habe, gab es nur Ausflüchte. Tja, so dann doch nicht.

Preis

Preislich kostet das All-You-Can-Eat abends 23 EUR. Mittags kostet es nur 13 EUR. Ansonsten waren die Getränkepreise eher durchschnittlich ohne große Überraschung. Meine Flasche Wasser hat z.B. 4,90 EUR gekostet, was in Ordnung war. Am Ende ist jeder mit ca. 30-32 EUR aus dem Laden rausgegangen. Wenn man tatsächlich die 25 Gerichte bekommt, dann ist auch der All-You-Can-Eat Preis nicht extrem überteuert. Wenn es so wie bei uns abgelaufen ist, wären vermutlich 15-18 EUR eher angemessen.

Anfahrt zum Wus Kitchen Darmstadt

Das Wus Kitchen ist in der Eschollbrückerstraße 26 und liegt direkt an der Ecke vom Parkplatz, wo auch Penny, Apotheke und Co sind. Parkmöglchkeiten gibt es also entsprechend ausreichend. Kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nimmt man am besten den H Bus und steigt bei der Haltestelle Fliederberg aus.

wuskitchenanfahrt

Öffnungszeiten

Wus Kitchen hat täglich von 11.30 Uhr – 15 Uhr und von 17.30 Uhr bis 23.30 Uhr geöffnet.

Fazit

Satt sind wir am Ende alle geworden, mit einer Menge Ärger verbunden. Der Grundtenor war eigentlich überall gleich. Essen war gut, Service grauenhaft, nochmal möchte man das nicht machen. Denke 1x kann man der Versuch starten. Evtl. erwischt man auch einen Tag, wo alles reibungslos läuft. Falls nicht muss man sich auf einen langen Abend mit Frust und knurrenden Magen vorbereiten. Für uns war das All-You-Can-Eat eher ein Eat-What-You-Can-Get. 🙂

Wie waren eure Erfahrung mit Wus Kitchen? Alles glatt gelaufen oder gleiches Chaos ?

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Baujahr 1982 in Darmstadt - von klein auf am Rechner und an der Konsole - E-Sports Vergangenheit - 5 Jahre Informatik Studium, 3,5 Jahre Informationsrecht - mittlerweile was seriöses studiert und verdinge mich als Leiter Lizenzmanagement bei einem Automobilzulieferer in Gelnhausen.

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4 Comments

  1. avatar
    Nici

    Geschmäcker sind eben doch verschieden. Das gebackene Eis hat mir nämlich leider gar nicht geschmeckt! 🙂 Ansonsten war das Essen gut. Trotzdem würde ich Wu’s Kitchen nicht noch einmal besuchen. Der Service und Ablauf war aus meiner Sicht an dem Abend echt mies.

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  2. avatar
    ulrichvogl@web.de

    Ja, so ähnlich ging´s, besser erging es uns auch. Service zum weglaufen. Konfus und ungastlich. Habe leider die falsche Gastro-Kritik gelesen.

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