Wenn aus der kleinen Tochter eine große Schwester wird: Das neue Leben zu viert

Vor der Geburt unserer Amaja Lou musste ich mir damals schon einige Sprüche anhören. „Jetzt ist das Leben vorbei“, „Du wirst nie wieder Ruhe haben“ und so weiter. Als mit unserem Louis Kind Nummer 2 anstand, gab es natürlich noch mehr von diesen Sprüchen. Ich persönlich bin ja relativ entspannt an die Sachen herangegangen. Wird schon schiefgehen. Zurückschicken kannst du es eh nicht mehr. 🙂 Mittlerweile sind schon 2 Monate herum (Louis haben wir dann am 23.12.2016 geholt) und endlich finde ich mal ein paar ruhige Minuten, um doch mal etwas zum jüngsten Mitglied unserer kleinen Familie zu schreiben. 

Der Anfang war mit Hindernissen gestickt

Geburtstermin war der 19.12. . Leider sah es nicht so aus als würde Louis freiwillig rauskommen. Also wurde eingeleitet, was aber auch nur bedingt von Erfolg gezeichnet war. Am Ende war es zu Kristins Enttäuschung doch wieder ein Kaiserschnitt, aber vermutlich auch die richtige Entscheidung, da Louis nach Aussage der Frauenärztin nicht den normalen Weg raus suchte, sondern wie der Papa manchmal etwas faul ist und den direkten Weg durch die alte Kaiserschnittsnaht suchte. War mir bis zu dem Zeitpunkt auch nicht wirklich bewusst, dass sowas passieren kann, aber man lernt ja nie aus. Am Ende durfte ich das kleine behaarte Ding in Empfang nehmen und mich die ersten Minuten um ihn kümmern, bis Mama dazukam. Diesmal war meine Ehrfurcht nicht ganz so stark wie bei Amajas Geburt und ich konnte doch mal ein paar mehr Bilder von den ersten Minuten machen. 🙂 Meine Freude hat es aber in keinster Weise gemindert.

Schlaf wird überbewertet

Schon nach Amajas Geburt war ich überrascht mit wie wenig Schlaf der Körper tatsächlich auskommen kann. Je größer sie geworden ist, umso mehr Schlaf gab es dann aber auch wieder, nur um mit der Geburt von Louis hier wieder zurück auf 0 zu gehen. Wenn ich der wöchentlichen Zusammenfassung meiner Samsung Gear S3 glauben kann, dann ist der Schlaf von durchschnittlich 7 Stunden momentan wieder so bei 4 Stunden angekommen. Ok genau stimmt das nicht, weil es immer Ausreißer gibt. Gerade jetzt haben wir 5 Uhr morgens und ich schreibe diesen Artikel. Amaja liegt schnarchend in ihrem Bett und auch Louis, der momentan noch im Schlafzimmer einquartiert ist, war ziemlich ruhig die Nacht. Das wird jetzt vermutlich noch so 30 Minuten gehen und dann höre ich bestimmt das Tapsen von Amaja wie sie ins Arbeitszimmer gerannt kommt und gleich sagt „Papa ausmachen, mitkommen Tablet schauen.“ Mal sehen ob ich diesen Artikel noch fertig bekomme. 🙂

Amaja klebt am Papa

Der Normalfall sieht momentan so aus, dass ich Amaja ins Bett bringe, da Mama als Milchtankstelle von Louis exklusiv in Beschlag genommen wird. Die Aufteilung funktioniert aber eigentlich ganz gut und auch Amaja hat sich damit arrangiert, dass Papa sie jetzt immer ins Bett bringt. Das ist insofern auch eine schöne Sache, da man dann nach einem Arbeitstag doch nochmal etwas intensiv Zeit mit der Großen verbringen kann. Meist werden dann noch ein paar Büchen gelesen, auf der Magnettafel gemalt oder eine CD gehört. Wenn es nach Amaja gehen würde, würden wir natürlich alles machen und bis in die Nacht spielen, aber da muss man dann konsequent sein und den Schlafmodus bei ihr aktivieren. Klappt meist auch ganz gut und komme natürlich auch dazu, dass in Amajas Bett mal ab und zu einen Powernap mache und dann aufwache mit einer schnarchenden Amaja im Arm. Wenn sie dann langsam 3 wird, haben wir vor, dass sie alleine einschläft. Das wird eine Gaudi. Da sehe ich schon eine schlaflose Woche vor mir bis das dann irgendwann klappt.

Und Louis?

Wie schon erwähnt bekomme ich momentan von Louis nicht ganz soviel mit, da unsere Amaja mich primär einspannt und das auch solange gut geht bis ich ihr dann doch zu oft Eis und Schokolade verweigere. Dann kommt irgendwann das „Du nicht“ und schon darf ich sie nicht mehr wickeln, anziehen oder überhaupt anfassen. Sobald Papa im Bad Papa Mode ist, hängt sie dann erstmal wieder an Mama. 30 Minuten später kann das dann wieder komplett anders aussehen. Immerhin habe ich dann auch mal die Möglichkeit etwas Zeit mit Louis zu verbringen. Das war bei Amajas Geburt definitiv anders. Umso mehr genieße ich auch die Zeit, wenn ich ihn dann mal in die Manduca spanne oder einen Spaziergang mit ihm alleine im Kinderwagen mache. Positiv zu erwähnen kommt, dass Louis verdammt entspannt ist und wenn man dann erstmal seine Lieblingsposition kennt, er sich auch stundenlang rumtragen lässt. Er hat es aber auch schon geschafft sich einfach auf den Boden zu legen und eine Stunde lang die Umgebung anzuschauen. Das ist echt faszinierend. Amaja konnte sich damals nicht so entspannen, was aber vielleicht daran lag, dass immer einer der beiden Helikoptereltern in der Nähe war. 😉

Das erste Kind wird total neidisch sein

Amaja haben wir früh erklärt, dass im Bauch der Mama ein kleiner Bruder heranwächst. Sie hat sogar extra einen „große Schwester“ Body erhalten, den sie mit Stolz trägt. Die große Schwester lässt sie auch jetzt gerne raushängen und betont das,wenn wir mal besuch bekommen. Das schöne daran ist, dass sie seit der Geburt Louis vergöttert und ständig mit ihm Kuscheln will. Da müssen wir sie manchmal noch etwas zügeln, weil es doch etwas ruppig wird. Es ist immer wieder schön zu beobachten, wie sie dann ins Zimmer reinkommt und ein „Hallllooo Louuiiss“ brüllt. Von einem neidischen Kind kann man da beim besten Willen nicht sprechen. Freue mich schon, wenn die Beiden dann richtig miteinander spielen können. Auf der anderen Seite graust es, wenn ich mir vorstelle zu was für Unfug Amaja Louis anstiften wird. Sicherheitshalber habe ich aber mal alle Filzstifte und Eddings versteckt, so dass Louis nicht doch mal mit einem Schnauzbart verziert irgendwann aufwachen muss. 🙂

Fazit zu Kind Nummer 2

Ja der Aufwand ist größer geworden. Ja der Schlaf ist weniger geworden. Spätestens aber seitdem Louis jetzt mit dem Lachen und Grinsen angefangen hat, ist das alles nicht mehr wichtig und man wird an die ersten Monate von Amaja zurückversetzt. Wenn man dann die Beiden auch noch schlafend neben sich liegen sieht weiß man, dass es doch die richtige Entscheidung war und die nächsten 18 Jahre verdammt interessant und bereichernd sein werden. Ich hoffe ja auch, dass dann in den nächsten 2 Jahren der Schlafanteil wieder größer wird. Wenn man 5x in der Nacht aufstehen muss, hilft beim Autofahren auch kein Liter Red Bull. So jetzt höre ich Amaja gerade schon wieder im Flur und höre besser auf, da sonst wieder ganze viele „Was ist das“ „Was machst du da“ Fragen gestellt werden.  ^_^

 

 

 

 

 

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Baujahr 1982 in Darmstadt - von klein auf am Rechner und an der Konsole - E-Sports Vergangenheit - 5 Jahre Informatik Studium, 3,5 Jahre Informationsrecht - mittlerweile was seriöses studiert und verdinge mich als Leiter Lizenzmanagement bei einem Automobilzulieferer in Gelnhausen.

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2 Comments

  1. avatar
    Christian

    Herzlichen Glückwunsch!
    Jetzt hat die Große einen kleinen Bruder…
    Das wird ein gutes Team werden!

    Reply

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