Vom Baby zum Kind oder wenn man sich doch einen GPS Sender für die Tochter wünscht

Wenn man Eltern fragt was das Besondere am Kinder kriegen ist, dann hört man häufig die Aussage, dass es total faszinierend ist so ein kleines Ding von einem Ultraschallbild bis hin zum Abschlussball an der Schule aufwachsen zu sehen. Jedes Lachen, jedes Mama und Papa, wird während des Wachstums vom Baby zum Kind auf euphorischste Art und Weise gefeiert. Ok das Mama und Papa nervt dann doch recht schnell, wenn die Kids das im Turbomodus ununterbrochen wiederholen. Richtig böse kann man ihnen dann aber doch nicht sein.

Im August wird unsere kleine Amaja Lou 2 Jahre alt. Auch an ihr ist die Entwicklung nicht vorbeigegangen. Das merke ich insbesondere wenn ich mir mein  12 Monate Baby Review nochmals durchlesen. „Verdammt ist die groß geworden und hört die eigentlich nie auf zu reden ?“ Ok Reden ist vielleicht der falsche Ausdruck. Mal von Mama und Papa abgesehen, versteht das nämlich niemand bzw. nur Bruchstücke werden verstanden wie bei der polnischen Kassiererin unseres Pennys um die Ecke. Überrascht werden Mama und Papa dann trotzdem, wenn die Kleine aus der Krippe heimkommt und ihr neues Lieblingswort „MEHR“ rausposaunt. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Erzieherinnen aus der Krippe für den Appetit unserer Tochter die aktuelle Bewertungsskalar erweitern mussten. 🙂

Die Entwicklung hört aber nicht bei den kognitiven Fähigkeiten auf. Durch die Unmengen an Nährstoffe, die tagtäglich reingefuttert werden, ist die Damen auch so groß geworden, dass sie eben nicht mehr einfach so unter dem Tisch durchlaufen kann. Das musste sie auch selbst erst schmerzhaft herausfinden. So toll das für sie ist, so schwieriger wird es für die Eltern. Das Porzellan wird auf dem Raumteiler eine weitere Ebene nach oben verlagert, der Messerblock auf der Arbeitsplatte landet ganz woanders und was meinen Mini-Kühlschrank im Schlafzimmer angeht … tja da ist aktuell die einzige Lösung diesen so uninteressant wie möglich zu machen. Es ist echt erschreckend wie sehr sich die Reichweite eines Kleinkindes erhöht, wenn dieses auf den Zehnspitzen stehen kann.

Früher war das anders. Da war ein ruhiges Zimmer ein Zeichen dafür, dass das Kind schläft und alles sicher ist. Mittlerweile kann man höchstens sicher sein, dass die Damen wieder Schindluder treibt. Erst letztens hat sie es während der Autofahrt geschafft an meine Tasche aus dem Fußraum ranzukommen und hat sich dabei dann komplett mit weißer Schokolade vollgesaut. Es hätte aber auch genauso gut das Rouge meiner Frau sein können, das sie sich ebenfalls regelmäßig vom Schminktisch ausleiht und sich dann für den Gang in die nächste Großraumdisse vorbereitet. Zum Glück hat sie bisher noch nicht gemerkt wie gut man mit Filzstiften auf weiße Wände malen kann.

Vom Baby zum Kind (1)

Auch der Urlaub ist nicht mehr das was er mal war. Wir waren gerade erst mit meinen Geschwistern im Griechenlandurlaub bei den Großeltern. Da wir nur eine Woche da waren, blieb das Auto in der Garage und das Flugzeug war das Transportmittel der Wahl. Zu unserer Überraschung war das für Amaja überhaupt kein Problem. Nur auf dem Rückflug hat sie das ein oder andere Mal etwas Drama gemacht bevor sie dann doch erschöpft eingeschlafen ist. In Griechenland angekommen mussten wir ein paar Tage ans Meer, damit sich der Ausflug auch gelohnt hat. Untergebracht waren wir in 3 Ferienwohnungen nebeneinander. Jede Wohnung war mit einer Tür ausgestattet, die einen beim ersten Öffnen an einen 10 Tonnen schweren Banktresor erinnern sollte. „Da kommt sie nicht alleine raus“ Diese Aussage musste ich schon am zweiten Tag revidieren als Amaja stiften gegangen ist und freudig jauchzend Tarzan auf der Treppe spielte. Zum Glück ist ihre Komfort Zone noch recht klein, ansonsten wäre sie wohl direkt wieder am Strand gewesen und hätte da im Sand gebuddelt. Dies war dann auch wieder ein Moment wo ich mich verfluchte, dass ich ihr nicht direkt nach der Geburt einen GPS Sender unter die Haut gepflanzt habe auch wenn meine Frau dagegen war. Der Helikopter-Papa lässt grüßen. Nach dem ersten Schrecken hat sich das dann aber doch schnell wieder normalisiert. Mit der steigenden Mobilität, steigt dann auch die Selbstständigkeit und so kann man sich dann doch mal eine Auszeit gönnen, wenn man in Kauf nimmt, dass die Tochter oder der Sohnemann die ein oder andere Tasse oder Vase killt. Ich hab da eh keine an der ich hänge, insofern bin ich da schmerzfrei. 😉

Vom Baby zum Kind (2)

Nach dem Urlaub hatten wir Angst, dass die Rückkehr zum Krippen Alltag vielleicht doch nicht so glatt laufen würde. Immerhin wurde sie ja in Griechenland nonstop mit Zucker vollgepumpt und hatte Schlafgewohnheiten wie Paris Hilton zu ihren besten Zeiten. Zu unserem Glück liegt Amaja an einem geregelten Tagesablauf genau soviel wie uns und entsprechend smooth war die Rückkehr zu ihren Freunden in der Mäusebande.

Was hat sich ansonsten noch so getan ? Hmmm, mittlerweile kann sie mit Smartphone und Tablet auf jeden Fall besser umgehen als meine Eltern. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit bis sie von sich aus Leute per Skype und Facetime anruft. Das ist aber ein Thema für ein anderes Mal, da man allein mit ihrer Vorliege für Smartphones und Tablets ganze Bücher füllen kann.

Wie sieht es bei euch aus? Was war euer Aha Effekt, wo ihr nur dachtet „Kacke ich bin definitiv nicht vorbereitet “ ?

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Baujahr 1982 in Darmstadt - von klein auf am Rechner und an der Konsole - E-Sports Vergangenheit - 5 Jahre Informatik Studium, 3,5 Jahre Informationsrecht - mittlerweile was seriöses studiert und verdinge mich als Leiter Lizenzmanagement bei einem Automobilzulieferer in Gelnhausen.

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