Samsung Gear S3 Frontier Review: Schick und ausdauernd

Die Samsung Gear S3 Frontier Smartwatch ist wohl die beste Smartwatch, die man als Android User aktuell kriegen kann.  Dieses Fazit kann ich nach der ersten Woche Nutzung ohne schlechtes Gewissen mal so vorab in den raum schießen. Mittlerweile ist zwar auch eine Nutzung unter iOS möglich, wobei die Gear S3 hier nicht ihr volles Potential entfalten kann.  Samsung hat sich die Kritik ihrer User zu Herzen genommen und die Samsung Gear S2 nochmals verbessert.

Samsung Gear S3 Frontier – Allgemeine technische Daten

  • 1,0 GHz Dual-Core Exynos 7270
  • 768 MB Ram, 4 GB interner Speicher
  • Super-AMOLED Display mit 360×360 Pixeln und Gorilla Glass SR+
  • 63 g „schwer“
  • GPS, NFC, Bluetooth 4.2, WiFi 802.11 b/g/n
  • 380 mAh Akku

Akkulaufzeit

Samsung gibt in seiner Werbung ganz großspurig folgende Aussage von sich:

Die Gear S3 kann bis zu vier Tage lang ohne Aufladen eingeschaltet sein – so leistungsstark und langlebig ist Ihr Akku.

Das stimmt auf gewisse Art und Weise, aber auch nur zum Teil. Gleichzeitig preist Samsung nämlich auch die tolle AlwaysOn Funktion an und spätestens da ist dann Feierabend mit den 4 Tagen Laufzeit. Ich selbst benutze die AlwaysOn Funktion im Alltag nicht und bin so bei überdurchschnittlicher Sportaktivitiät auf 3,5 – 4 Tage Laufzeit gekommen, was ich immer noch klasse finde. Mit AlwaysOn reduziert sich das dann aber schnell auf bis zu 2 Tage. Hier ist es dann auch nochmal abhängig was für ein Watchface man im Einsatz hat. Je mehr Bewegung auf dem AlwaysOn Display ist, umso mehr Strom wird auch verbraucht. Insgesamt aber eine solide Vorstellung und für mich ein klares Argument für die Gear S3. Ist der Akku dann mal komplett leer, dauert es ca. 2 Stunden bis die Samsung Gear S3 wieder mit 100% am Start ist.

Das Display

Das Display ist eine Augenweide. Hier habe ich auch nichts anderes von Samsung erwartet. Besonders hervorzuheben ist hier, dass es hier auch kein FlatTire gibt, sondern die runde Form der Gear S3 voll ausgefüllt ist. Keine schwarzen Ränder, keine pixeligen Kanten. So gefällt mir das gut. Hell ist das Display auch, so dass man selbst bei hellem Licht beim Joggen noch das Display ohne Probleme ablesen kann. Die automatische Helligkeitsanpassung habe ich aber deaktiviert, da mir diese gerade Nachts manchmal ein doch zu helles Display eingestellt hat.

Links Helligkeit 1 – Rechts Helligkeit 7

Die Verarbeitung und Uhrenband

Die Samsung Gear S3 Frontier ist mit 63 g definitiv kein Leichtgewicht, macht im Gegenzug durch das verarbeitete Metall gleich einen hochwertigen Eindruck, wenn man sie in der Hand hält. Auch die Lünette, die man als Alternative zum Touchdisplay verwenden kann, flutscht geschmeidig ohne irgendwelche Mätzchen. Die beiden Buttons (Back und Home) an der Seite geben ein schönes Feedback, wenn man sie drückt. Das Armband ist nicht so ein Dreckmagnet wie bei meiner Moto 360 Sport. Wem das nicht gefällt, kann sich ja eine von vielen Alternativen bei Amazon & Co zulegen, da Samsung hier auf eine Standardgröße setzt und man das Armband ohne Probleme austauschen kann.

Optisch muss sich die Gear S3 nicht von herkömmlichen Uhren verstecken. Mit dem passenden analogen Ziffernbild, erkannt man hier auf die Ferne auch nicht, dass es sich um eine Smartwatch handelt.

Tizen und Apps

Samsungs Tizen funktioniert etwas anders als Android Wear, erfindet aber das Rad nicht komplett neu. Apps muss man sich zwar aus dem Samsung Galaxy App Store besorgen, aber dort gibt es mittlerweile schon eine recht ansehnliche Ausstattung an Apps und WatchFaces. Gerade bei den WatchFaces erkennt man hier viele bekannte Gesichter, die man schon bei der Nutzung einer Android Wear Uhr zu Gesicht bekommen hat. Die Menüs kann man dann mit App Widgets, wie man es schon vom Android Smartphone kennt, ganz nach dem eigenen Geschmack anpassen. Auch der App Drawer, der alle sonstigen Apps anzeigt, kann per Gear App  nach den eigenen Bedürfnissen sortiert werden.

Ansonsten konnte ich nach einer Woche mit Tizen keinerlei Geruckel oder Abstürze feststellen, was unter Android Wear nicht so ganz selbstverständlich war. Dabei

Die Steuerung auf der Uhr

Die Smartwatch ist ja dann gut, wenn Sie vermehrt Funktionen vom Smartphone ans Handgelenk outsourct und man so nicht ständig das Handy aus der Tausche holen muss. Das macht die Samsung Gear S3 schon ziemlich gut. Warum kann ich mit der Lünette mich zwar durch die Widgets, Benachrichtigungen und Menüs bewegen, aber nicht auch eine Auswahl treffen? Stattdessen muss ich dann immer trotzdem nochmal aufs Display drücken, um den ausgewählten Menüpunkt auch auszuwählen. Hier hätte ich mir noch irgendwas besonderes erhofft, z.B. eine drückbare Lünette, um die Auswahl zu bestätigen. Die Lünette ist meiner Meinung nach auch der Schwachpunkt bei der Gear S3, weil dadurch auch regelmäßig das Display aktiviert wird, wenn man aus versehen die Lünette berührt hat. Gerade Nachts, wenn man im Bett sich hin und her wälzt, kommt es dann schon Mal vor, dass das auf einmal das Display an ist. Hier hätte ich mir so eine Display Sperre wie bei Androidwear gewünscht. Vielleicht habe ich Sie auch nur noch nicht gefunden. 🙂 Auch in Sachen Bluetooth war ich etwas von der Reichweite der Gear S3 enttäuscht. Wenn ich auch nur mein Arbeitszimmer verlasse und aus der Tür gehe, ist hier sofort die Bluetooth Verbindung weg und man ist im Watch-Only Modus. Hier wurde wohl auf mehr auf Energiesparmodus als auf Useability gesetzt.

Davon abgesehen ist die Nutzung im Alltag ein Genuss. Apps und Widgets werden schnell und flüssig aufgerufen. Selbst das Telefonieren mit dem eingebauten Lautsprecher und Mikro macht irgendwie Spaß, da man sich etwas vorkommt wie James Bond.

Fazit

Mit der Samsung Gear S3 Frontier hat Samsung die Messlatte im hartumkämpften Smartwatch Umfeld nochmal eine Stufe höher gesetzt. Mit einem Preis von ca. 350 EUR sollte man hier aber auch nicht vergessen, dass dies definitiv die Premium Smartwatch unter den Android Geräten ist. Sportler werden mit der Frontier ihren Spaß haben. Wem Sport und Outdoor nicht so wichtig ist, der kann zu der etwas eleganteren Classic Variante der Gear S3 greifen. Mich hat die Akkulaufzeit überzeugt und so trage ich meine Samsung Gear S3 Frontier auch weiterhin.

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Baujahr 1982 in Darmstadt - von klein auf am Rechner und an der Konsole - E-Sports Vergangenheit - 5 Jahre Informatik Studium, 3,5 Jahre Informationsrecht - mittlerweile was seriöses studiert und verdinge mich als Leiter Lizenzmanagement bei einem Automobilzulieferer in Gelnhausen.

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