Samsung Gear Fit 2 Pro Review nach 1 Woche: Feines Display, aber Akku des Grauens

Als ich das Samsung Gear Fit 2 Pro Band vor einer Woche ausgepackt habe, war mein erster Eindruck: Wow nicht schlecht. Nach einer Woche im Alltagstest hat sich der Eindruck wieder relativiert. Insbesondere vom hoch angepriesenen Spotify Offline Modus bin ich richtig  enttäuscht. Mehr dazu aber später im Detail. Eine Sache steht für mich aber jetzt schon fest, das Band bringt mit seinem Preis von 200 EUR einfach zu wenig Mehrwert und geht demnächst wieder an Amazon zurück.

Samsung Gear Fit 2 Pro – Allgemeine technische Daten

  • 1,5 GHz Dual-Core
  • 512 MB Ram, 4 GB interner Speicher
  • Super-AMOLED Display mit 216×432 Pixeln
  • 34 g „schwer“
  • GPS,Glonass, Bluetooth 4.2, WiFi 802.11 b/g/n
  • 200 mAh Akku

Akkulaufzeit

Bis zu 5 Tagen soll das Samsung Gear Fit 2 Pro durchhalten. Im Alltag bei „normaler“ Nutzung, also keinen umfangreichen Aktivitäten und minimalen Benachrichtigungen, war nach ca 2.5 – 3 Tagen Schluss. Wenn man dann auch noch Spotify verwendet hat, war hier bereits nach 1.5 Tagen Schluss. Vor dem Schlafengehen habe ich das Band einmal komplett aufgeladen und am nächsten Morgen war ich hier bei nur noch 80%. Das ist ganz schön viel Verlust für eine ziemlich ruhige Nacht. Immerhin kann man in knapp 2 h das Band wieder komplett aufladen.

 

Das Display

Das Display ist wieder Deluxe wie man es von Samsung gewohnt ist. Hier kann man sich definitiv nicht beklagen. Keine dicken Ränder, sauberes Bild und eine Helligkeit mit der man Problemlos Draußen beim Joggen das Display ablesen kann. Im Alltag reicht eine Helligkeit von 5 ohne Probleme.

  • Maker:S,Date:2017-9-10,Ver:6,Lens:Kan03,Act:Lar02,E:Y
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Die Verarbeitung und Uhrenband

Die Samsung Gear Fit 2 Pro ist mit 34 g deutlich schwerer als ein Xiaomi MiBand 2, aber wiegt immer noch fast nur die Hälfte von einer Samsung Gear S3 Frontier. Im Alltag spürt man das Gewicht kaum am Handgelenk. Auch das Uhrenband ist eine Spur besser als beim großen Bruder der Samsung Gear S3. Man sollte aber das Band nicht zu fest ziehen, da es dann doch wieder etwas unangenehm werden kann.

Die beiden Buttons an der Seite sind mir eine Spur zu klein und beim Drücken zu schwammig. Das war bei der Gear S3  definitiv besser verarbeitet. Was das Display angeht, so ist dies schön ins Band eingelassen ohne irgendwelchen unschönen Spalten, wo sich Dreck und Staub ansammeln könnte. Hier gibt es definitiv nichts zu beklagen.

Tizen, Apps und Spotify

Samsungs Tizen funktioniert etwas anders als Android Wear, erfindet aber das Rad nicht komplett neu. Apps muss man sich zwar aus dem Samsung Galaxy App Store besorgen, aber dort gibt es mittlerweile schon eine recht ansehnliche Ausstattung an Apps und WatchFaces. Gerade bei den WatchFaces erkennt man hier viele bekannte Gesichter, die man schon bei der Nutzung einer Android Wear Uhr zu Gesicht bekommen hat. Die Menüs kann man dann mit App Widgets, wie man es schon vom Android Smartphone kennt, ganz nach dem eigenen Geschmack anpassen. Auch der App Drawer, der alle sonstigen Apps anzeigt, kann per Gear App  oder auf dem Band selber nach den eigenen Bedürfnissen sortiert werden. Insgesamt läuft Tizen wieder sehr geschmeidig ohne Probleme.

Was das Thema Spotify angeht, bin ich hingegen total enttäuscht. Die großspurige Offline Funktion ist ein Witz, da durch die App selber der Akku sowas von schnell leer gesaugt wird, selbst wenn man überhaupt keine Musik hört. Allein die Tatsache, dass man sich auf dem Band bei seinem Spotify Account anmelden muss und das nicht über die Gear App irgendwie möglich ist, sagt ja mehr als genug aus. Die App selbst ist sowas von umständlich und ich habe es auch erst geschafft mich einzuloggen nachdem ich die Bluetooth Verbindung zu meinem Handy gekappt habe und ausschließlich das WLAN verwendet habe. Wenn man sich den Zustand dieser App anschaut, fragt man sich ob die Samsung Werbeheinis sich das mal einen Tag selber angeschaut haben. Immerhin muss man sagen, dass der Offline Modus dann auch wirklich funktioniert, wenn man ein Bluetooth Gerät an die Fit 2 Pro gekoppelt hat.

Man kann auch wieder direkt aus den Benachrichtigungen Kurzantworten versenden. Leider kann man nur bedingt durch die verschiedenen Nachrichten, die reingekommen sind, auf dem Band durchscrollen. Man sieht immer nur die letzte Nachricht. Immerhin kann man jetzt auch Bilder auf dem Band direkt ansehen, wenn man z.B. eins per Whatsapp geschickt bekommt.

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Der Alltag mit Samsung Gear Fit 2 Pro

Ein Wearable ist ja dann gut, wenn es vermehrt Funktionen vom Smartphone ans Handgelenk outsourct und man so nicht ständig das Handy aus der Tausche holen muss. Das macht die Samsung mit der Gear Fit 2 Pro schon ziemlich gut. Das Display reagiert schnell und ohne Ruckler und nach einiger Zeit hat man ein Gefühl für die verschiedenen Bereich des Systems

Die Bluetooth Verbindung war wie bei der Samsung Gear S3 eine Enttäuschung. Zu weit darf man sich nicht wegbewegen und wenn mal eine Wand dazwischen ist, ist auch schnell die Verbindung weg.

Was die GPS Verbindung bei Aktivitäten angeht, so habe ich das Gefühl, dass hier die gleichen Probleme wie bei der Gear S3 vorhanden sind. Manchmal dauert es ca. 1 Minute bis überhaupt ein GPS Signal gefunden wird und auch unterwegs wird die Strecke nicht immer sauber getrackt, was für die Nutzung ohne Smartphone dann der Supergau ist.

Fazit

Die Samsung Gear Fit 2 Pro ist ein hübsches Stück Technik, allerdings in meinen Augen nur bedingt für Hardcore Sportler geeignet. Glaube kaum, dass man mit dem Band durch einen Marathon kommt, wenn man nebenbei noch Musik über das Band hört. Hier muss Samsung auf jeden Fall nachlegen in Sachen Akkuoptimierung. Bei einem Preis von aktuell ca. 200 EUR würde ich lieber ein paar Euro mehr ausgeben und gleich zu einer Smartwatch greifen oder ein paar Euro sparen und zur Gear Fit 2 ohne Pro greifen. Hier hält der Akku besser und man hat zum Teil Funktionen wie Telefonie dabei. Ich packe das Band jetzt wieder ein und schicke es an Amazon zurück. Damit kommt mein Xiaomi MiBand 2 wieder zurück ans Handgelenk 🙂

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Baujahr 1982 in Darmstadt – von klein auf am Rechner und an der Konsole – E-Sports Vergangenheit – 5 Jahre Informatik Studium, 3,5 Jahre Informationsrecht – mittlerweile was seriöses studiert und verdinge mich als Leiter Lizenzmanagement bei einem Automobilzulieferer in Gelnhausen.

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