RedTube Schauspiel beendet – Kommt jetzt das Nachspiel ?

This entry is part 5 of 7 in the series RedTube Abmahnung

2 Monat ist es fast schon her da überschwemmten die ersten RedTube Abmahnung das Internet. Das Landgericht Köln versuchte alles, um Schaden und weitere Peinlichkeiten abzuwenden, die im Rahmen der Herausgabe der Anschluss Inhaber Daten sind. Heute hat es dann doch endlich mal einen Schritt in die richtige Richtung geben. Nachdem ausreichend genügend Leute Beschwerde gegen die Herausgabe ihrer Anschlussdaten eingelegt hatten, gab es diese Woche den Abhilfebescheid des LG Köln zum ursprünglichen Auskunftsbeschluss, wie man auch auf der Seite RAin Anja Neubauer lesen kann.

Auch wenn der Bescheid noch nicht rechtskräftig ist, da Beschwerde dagegen zugelassen ist, so ist die Aussage klar und deutlich. Die Anschlussdaten der IP-Adresse Inhaber hätten niemals freigegeben werden dürfen, da die rechtliche Grundlage und insbesondere die Erlangung der korrekten IP-Adressen mehr als fraglich war. Davon mal abgesehen handelt es sich beim Streaming um keine unerlaubte Vervielfältigung, was jetzt so einige Fragen beantworten sollte.

Die Kammer neigt insoweit der Auffassung zu, dass ein bloßes „Streaming“ einer Video-Datei grundsätzlich noch keinen relevanten rechtswidrigen Verstoß im Sinne des Urheberrechts, insbesondere keine unerlaubte Vervielfältigung i.S.d. § 16 UrhG darstellt, wobei diese Frage bislang noch nicht abschließend höchst-richterlich geklärt ist.

Auch wenn die Abmahnungen weiterhin Gültigkeit haben, so können die IP-Adresse nicht mehr als Beweise verwendet werden, was der Abmahnung jegliche Grundlage und vor allem Beweiskraft nimmt. Man kann die Abmahnung, die man erhalten jetzt vermutlich schön in den Müll werfen. Von der Archive AG wird sich bestimmt keiner mehr melden. 😉

archiveag

Das war es dann wohl mit der Archive AG

Fazit

Mit diesem Bescheid hat man jetzt so ziemlich klare Gewissheit, dass die Sache mit der Abmahnwelle gelaufen ist. Leider hilft das den Leute aber nicht weiter, die bereits die Abmahnung bezahlt haben bzw. einen Rechtsanwalt eingeschaltet haben. Auf diesen Kosten werden diese wohl alle sitzen bleiben, da es fraglich ist, ob es überhaupt zu einer Klagewelle gegen die Archive AG kommen wird, geschweige denn, dass es dort noch etwas zu holen gibt. Vielleicht gibt es ja auch bald eine Pressemeldung vom neuen beninischen Geschäftsführer der Archive AG. Ich glaube es ja aber eher nicht so. 😉

Positiv ist aber, dass das Landgericht Köln seinen Fehler eingesehen hat. Interessant wird es auf jeden Fall bleiben, ob dies irgendwelche personellen Konsequenzen dort geben wird. Vermutlich müssen die Richter dort aber eher weniger befürchten.

Mal sehen wann die ersten Leute versuchen von der Archive AG ihr Geld zurück zu bekommen. Das wird noch ein spannender Ritt. Und was ist überhaupt mit den armen Abmahnanwälten ? Müssen die jetzt Hartz 4 beantragen ? Oder sind sie doch schon gerade damit beschäftigt dem ehemaligen Archive GF bei der Gründung einer neuen AG zu helfen?

Wer weiß wer weiß, das Theater geht aber bestimmt noch in die Nachspielzeit, wenn auch mit einigen Umdrehungen weniger.

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Baujahr 1982 in Darmstadt – von klein auf am Rechner und an der Konsole – E-Sports Vergangenheit – 5 Jahre Informatik Studium, 3,5 Jahre Informationsrecht – mittlerweile was seriöses studiert und verdinge mich als Leiter Lizenzmanagement bei einem Automobilzulieferer in Gelnhausen.

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