Panikmacherei wegen WhatsApp AGB – So schlimm ist es nicht

Die letzten Tage war wieder sehr viel Panikmacherei im Netz unterwegs, wo verschiedenste „Presse“ Seiten einfach mal wieder alles nachgeplappert haben ohne mal selbst sich mit der Materie auseinander zu setzen. Genau genommen geht es um die AGB von Whatsapp. Ob die neu sind bin ich mir garnicht sicher, über neue AGB wurde ich auf jeden Fall nicht in letzter Zeit informiert. Whatsapp ist ja mittlerweile eh schon auf der Achse des Böse auf dem selben Level wie Nord Korea, Iran und Russland. Schuld daran ist der Aufkauf durch Facebook. Jetzt geht die Panikmacherei weiter und zwar wurden wieder verschiedensten Stellen in den AGB mal wieder sehr frei übersetzt und interpretiert. 

Die WhatsApp AGB im Detail

Ich musste einen Moment suchen, aber dann hab ich auf der Whatsapp Seite die AGB gefunden. Leider gibt es diese nur auf Englisch, was bestimmt die Hürde selbst mal nachzuschauen für gewisse „Journalisten“ ins unermessliche hat steigen lassen. Stein des Anstosses ist Nr. 5 B.

 

B. You shall be solely responsible for your own Status Submissions and the consequences of posting or publishing them. Because WhatsApp is only acting as a repository of data, user submitted statuses do not necessarily represent the views or opinions of WhatsApp, and WhatsApp makes no guarantees as to the validity, accuracy or legal status of any status. In connection with Status Submissions, you affirm, represent, and/or warrant that: (i) you own or have the necessary licenses, rights, consents, and permissions to use and authorize WhatsApp to use all patent, trademark, trade secret, copyright or other proprietary rights in and to any and all Status Submissions to enable inclusion and use of the Status Submissions in the manner contemplated by the Service and these Terms of Service; and (ii) you have the written consent, release, and/or permission of each and every identifiable individual person in the Status Submission to use the name or likeness of each and every such identifiable individual person to enable inclusion and use of the Status Submissions in the manner contemplated by the Service and these Terms of Service. To be clear: you retain all of your ownership rights in your Status Submissions, but you have to have the rights in the first place. However, by submitting the Status Submissions to WhatsApp, you hereby grant WhatsApp a worldwide, non-exclusive, royalty-free, sublicenseable and transferable license to use, reproduce, distribute, prepare derivative works of, display, and perform the Status Submissions in connection with the WhatsApp Service and WhatsApp’s (and its successor’s) business, including without limitation for promoting and redistributing part or all of the WhatsApp Service (and derivative works thereof) in any media formats and through any media channels. You also hereby grant each subscriber to your status on the WhatsApp Service a non-exclusive license to access your Status Submissions through the Service. The foregoing license granted by you terminates once you remove or delete a Status Submission from the WhatsApp Service.

 

Ich hab das mal spaßeshalber durch Google Translate gejagt. Dabei kam dann das raus.

Doch durch die Einreichung der Anträge auf WhatsApp-Status gewähren Sie WhatsApp eine weltweite, nicht-exklusive, gebührenfreie, unterlizenzierbare und übertragbare Lizenz zur Nutzung, Vervielfältigung, Verbreitung, Herstellung derivativer Werke, Display, und führen Sie die Status-Einsendungen in Verbindung mit dem Service-und WhatsApp WhatsApp (und seines Nachfolgers) Unternehmen, einschließlich und ohne Einschränkung für die Förderung und Umverteilung Teil oder alle der WhatsApp-Service (und abgeleitete Werke davon) in allen Medienformaten und über alle Medienkanäle.WhatsApp möchte für Status Submissions, eine einfache, nicht-exklusive Lizenz, unterlizenzierbar, übertragbare Lizenz

Selbst Nicht-Juristen können das jetzt halbwegs verstehen. Auf jeden Fall ist entscheidend, dass es hier um Status-Einsendung bzw. Status Submissions geht. Diese werden in den AGB auch weiter oben nochmal beschrieben.

 The WhatsApp Service allows WhatsApp users to submit status text, profile photos and other communications submitted by you, as well as the automatic submission of your “last seen” status (collectively, the „Status Submissions“). 

Wer das noch nicht glaubt, der kann auch weiter unten noch folgenden Satz lesen

For clarity, direct messages, location data and photos or files that you send directly to other WhatsApp users will only be viewable by those WhatsApp user(s) or group(s) you directly send such information; but Status Submissions may be globally viewed by WhatsApp users that have your mobile phone number on their smartphone, unless the user is blocked by you. 

Die Klartext Übersetzung für Nicht-Juristen

Im Klartext, ohne jegliche Juristerei, heißt das, dass man alle Bilder und Nachrichten, die öffentlich bei Whatsapp einsehbar sind, das wären z.B. die Nachrichten, die man unter Status hinterlegt hat oder das Profil Bild, welches man hochgeladen hat. Nachrichten, die ich zwischen meinen Kontakten verschicke sind damit explizit nicht gemeint.

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Das ist eine Status Submission.

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Und das ist mein Profilbild von dem Whatsapp gerne eine Lizenz haben kann. 🙂

Ob ich Telefoniere oder eine Nachricht per SMS oder Whatsapp verschicke, das wird wohl so ziemlich alles unter das Fernmeldegeheimnis fallen und würde man als Anbieter anfangen diese Nachrichten öffentlich zu verbreiten,dann hätte man wohl sehr schnell die Staatsanwaltschaft vor der Tür.

Letztendlich ist es auch logisch was die Rechteinräumung angeht. Whatsapp überträgt ja die Nachrichten und Bilder, die wir dort öffentlich Zugänglich machen an alle anderen Whatsapp User. Theoretisch kann jeder Whatsapp User deine Status Nachricht oder dein Profilbild sehen, sofern er deine Handynummer hat. Wer mal eine alte Handynummer von einem Bekannten im Smartphone hat, hat sich bestimmt schon über das ein oder andere unbekannte Gesicht bei Whatsapp gewundert. Da hat einfach jemand Anderes die Handynummer und entsprechend bei Whatsapp sein Profilbilder hochgeladen. Zack schon kann man das sehen. Einzige Möglichkeit das zu verhindern ist, die jeweilige Nummer zu blockieren.

Fazit

Was sagt uns das jetzt? Bevor man hier wieder der Panikmacherei zum Opfer fällt, sollte man vielleicht mal einen Blick über den Tellerrand wagen und sich Sachen selbst anschauen bevor man die Meinung aus den „Medien“ übernimmt. Erwähnen sollte man hier Andreas Rickmann, der die Sache dann im Gegensatz zu seinen Kollegen doch mal hinterfragt hat und sich in die Materie gekniet hat. Sowas würde man sich manchmal öfters wünschen. Auch Christoph Kappes sieht es ähnlich und verdeutlicht nochmal warum gewisse Dienste nunmal Rechte an deinen Bildern oder Texten benötigen.

 

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Baujahr 1982 in Darmstadt - von klein auf am Rechner und an der Konsole - E-Sports Vergangenheit - 5 Jahre Informatik Studium, 3,5 Jahre Informationsrecht - mittlerweile was seriöses studiert und verdinge mich als Leiter Lizenzmanagement bei einem Automobilzulieferer in Gelnhausen.

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