Neues von der RedTube Front: Das Kartenhaus fällt langsam zusammen

This entry is part 3 of 7 in the series RedTube Abmahnung

Mittlerweile ist ja jetzt fast ein Monat rum seit dem ersten Auftauchen der ersten RedTube Abmahnungen. Zu diesem Thema gab es schon viel Diskussion und auch genügend juristische Auslegungen warum Streaming auf den ersten Blick erstmal nicht strafbar ist. Das Landgericht Köln hat ebenfalls eingesehen, dass hier beim Durchwinken des Auskunftsbegehren einiges schief gelaufen ist. Heute kann man auf der Onlineseite der Welt den nächsten Schlag gegen die Abmahner lesen und zwar scheint es, dass die The Archive AG, die sich in diesem Abmahnmarathon als Rechteinhaber dargestellt hat, überhaupt nicht die nötigen Verwertungsrechte inne hat, um hier auf irgendeine Art und Weise juristisch vorzugehen.

redtube_diewelt

Wer ist denn nun der Rechteinhaber ?

Den Rechteinhaber ausfindig zu machen ist keine leichte Sache, da sich die Verwertungskette meist vom Produzenten bis zum finalen Distributor doch um einige Ecke ziehen kann. Selten ist der Produzent auch der selber Anbieter, der die Filme online zur Verwertung anbietet. Der Welt scheinen jetzt aber Vertragsunterlagen vorzuliegen, die zwar nicht unbedingt beweisen, dass The Archive nicht der Rechteinhaber ist, aber durchaus immer größere Zweifel daran erwecken. Leider hat die Welt diese Dokument nicht zur Verfügung gestellt, weshalb man den Journalisten der Welt einfach mal vertrauen sollte.

**Update** Die Unterlagen sind mittlerweile doch aufgetaucht. So geheimnisvoll war das alles nicht. Klemens Kowalski war auf seiner Seite so freundlich und hatte darauf hingewiesen. Die Anwälte von Abmahnhelfer haben auch diesmal wieder ein paar Unterlagen aus der Gerichtsakte veröffentlicht, die auch die Lizenzverträge beinhalten.

Im Prinzip passt es aber auch in die ganze Situation gut rein und hat bei mir schon von Anfang an Zweifel geweckt. Immerhin ist die Archive AG ja ein noch ziemlich junges Unternehmen und viel Geschäft scheinen diese ja auch nicht zu betreiben, wenn man mal von den Abmahnungen absieht. Betrachtet man sich den Lizenzvertrag aus der Nähe, so ist das Thema Vergütung leider entfernt, umso mehr fällt auf, dass es hier nur um eine Verwertung für Online-Streaming & Co handelt. Auffällig ist der Hinweis, dass Archive Vergehen entsprechend verfolgen und ahnden darf. Fast könnte man meinen, dass dieser Lizenzvertrag nur gemacht wurde, um deutsche Richter davon zu überzeugen, dass hier alle Rechte klar und deutlich bei der Archive AG liegen.

Bei dem wahren Rechteinhaber scheint es sich nämlich um die Combat Zone USA zu handeln, die die Filme auf ihrerer eigenen Seite unter dem echten Titel zu vertreiben. Genau verifiziert habe ich das jetzt nicht, aber es scheint realistisch. Interessant finde ich es aber, dass sich der tatsächliche Rechteinhaber hier noch nicht zu Wort gemeldet hat. Wäre auf jeden Fall interessant was die zu dem ganzen Sachverhalt sagen. Genaugenommen müssten die nämlich jetzt gegen die Archive AG und den angeblichen Rechteinhaber aus Spanien vorgehen.

Wenn es aber so ist, wie die Welt es schildert, dann fehlt der Archive AG und ihren beauftragten Anwälten jegliche Grundlage, um hier auch nur im entferntesten eine Anspruch zu haben und ganz davon zu schweigen, dass hier Abmahnungen um fünfstelligen Bereich rausgejagt werden.

Wie geht es weiter ?

So langsam verdichten sich die Anzeichen, dass das von vorne bis hinten ein abgekartetes Spiel war und es in keinster Weise hier, um den Schutz von irgendwelchen urheberrechtlichen Rechten und Ansprüchen geht. Ein Schelm wer hier böses denkt, aber ich könnte mir durchaus so ein Konstrukt vorstellen, bei dem die U+C Anwälte indirekt beteiligt sind. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass man einen Mandanten vertritt und im großen Stil hier Abmahnung verschickt ohne vorher die Rechtelage genau zu überprüfen. Die Mühe kann man sich ja schon mal machen, wenn es um ein Auftragsvolumen von mehreren Millionen geht. Kennt sich hier jemand aus und weiß wie einfach man in der Schweiz eine AG über Hintermänner gründen kann? 😉 Dann ist es vermutlich auch nicht so schwer noch eine weitere Firma in Spanien zu gründen, die sich dann als Rechteinhaber ausgeben kann. 🙂

Auf Rivva ist auf jeden Fall wieder viel Diskussion zu diesem Thema, entsprechend gehe ich mal davon aus, dass hier auch in Zukunft noch viel Wirbel um nichts sein wird. Gespannt bin ich jedenfalls auf die Recherche der Staatsanwaltschaft und ob Sie den armen Kerl finden, der seine eidesstattliche Erklärung abgegeben hat.

 

 

 

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Baujahr 1982 in Darmstadt - von klein auf am Rechner und an der Konsole - E-Sports Vergangenheit - 5 Jahre Informatik Studium, 3,5 Jahre Informationsrecht - mittlerweile was seriöses studiert und verdinge mich als Leiter Lizenzmanagement bei einem Automobilzulieferer in Gelnhausen.

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