Moto 360 Sport Smartwatch Review nach einem Monat

Lange Zeit war das Xiaomi MiBand (und seine Nachfolger MiBand 1S, MiBand 2) mein Daily Driver in Sachen Schrittzähler. Die Akkulaufzeit von ca. 6 Wochen ist einfach bombastisch und lässt jede Smartwatch da draußen alt aussehen. Klar das ist natürlich nur ein bessere Schrittzähler, aber so grundlegende Smartwatchfunktionen wie z.B. die Alarm Erinnerung oder das Vibrieren, wenn ein Anruf reinkommt, waren doch vorhanden. Trotzdem habe ich mich an die ein oder andere Smartwatch herangetraut. Die Asus Vivowatch war ganz nett und hatte so eine Akkulaufzeit von max. 1 Woche. Die hängt mittlerweile bei meiner Schwägerin am Handgelenk, da sie eine dauerhafte Pulsüberwachung gesucht hatte und das MiBand das nicht so ganz out of the Box konnte. Nun habe ich es wieder getan und seit einiger Zeit eine Moto 360 Sport am Handgelenk.

Moto 360 Sport – Allgemeine technische Daten

  • 1,2 GHz Qualcomm Snapdragon S400 (4-Kerne)
  • 512 MB RAM
  • 4 GB Speicher
  • Sensoren: GPS, Pulsmesser, Schrittzähler
  • Umgebungslichtsensor
  • Wasser- und Staubresistent nach IP67
  • Betriebssystem: Android Wear
  • Weiteres: 1 physische Taste, Vibrationsmotor, 2 Mikrofone

Akkulaufzeit

Die Moto 360 Sport kommt mit einem 300 mAh Akku daher, der kabellos über die mitgelieferte Dockingstation aufgeladen werden kann. Ein extra Netzteil gibt es hier nicht, aber per MicroUSB kann man da jedes x-beliebige Ladegerät verwenden. Motorola verspricht hier 1 Tag Nutzung mit allen Funktionen und das kann ich so locker bestätigen. Am Ende vom Tag habe ich in der Regel so meine 40-50% Akku ohne, dass ich hier irgendwelche Funktionen ausschalten muss, um Strom zu sparen. Das Aufladen auf dem Nachttisch ist dafür jetzt ein abendliches Ritual, was ich von meinem Xiaomi MiBand so nicht kannte. Ach ja, durch das kabellose Aufladen ist die Uhr auch IP67 zertifiziert, d.h. ihr könnt damit ruhig ne Runde Schwimmen oder Duschen gehen ohne Angst zu haben, dass es hier einen Wasserschaden gibt.

Das Display

Ca. 1,4 Zoll groß ist das LCD Display und bietet mit seinen 263 ppi durchaus eine ansehnliche Auflösung für den Alltagsgebrauch. Von der Helligkeit hat man auch im hellen Licht keine Probleme die Uhr abzulesen. Die Helligkeit kann man aber auch nochmal manuell hoch oder runterstellen, wenn man Akkulaufzeit sparen möchte. Im Gegenzug gibt es noch das AlwaysOn Display, das auch Nachts diskret die Zeit anzeigt ohne den ganzen Raum zu erhellen. Geschützt wird die Vorderseite von Corning Gorilla Glass 3. Den ersten Härtetest in Form von drei Umzügen hat das Glas bisher heil ohne Kratzer überstanden.

Die Verarbeitung und Uhrenband

Insgesamt ist die Uhr sehr sauber verarbeitet und durchaus schlüssig im Design. Einzig das silikonartige Gummiband ist Designfail und ein wahrer Dreckmagnet. Das sieht gerade im staubigem Umfeld doch mit der Zeit sehr komisch aus und sollte regelmäßig ordentlich gereinigt werden.

Android Wear und Apps

Auf der Moto 360 Sport läuft Googles Android Wear. Man hat hier verzichtet ein halbgares Eigensystem zu verwenden, was den Vorteil hat, dass man aus einer Vielzahl vorhandener Android Wear Apps für das Gerät auswählen kann. Das ist z.B. ganz praktisch, wenn man das Ziffernblatt durch ein anderes Design ändern möchte. Bei der Installation sollte man zuerst die Android Wear App herunterladen und sich dort genau an die Anleitung halten. Dann klappt es auch ohne Probleme mit der Verbindung zwischen Smartphone und Smartwatch.

Was die hauseigene Moto Body Fit App angeht, so ist diese etwas spartanisch, bietet aber die grundlegendsten Funktionen, die man hier so erwartet. Man kann dir App auch für Sportaktivitäten verwenden, wenn man nicht auf Runtastic oder andere 3rd Party Apps zurückgreifen möchte.

Benachrichtigungen kann man über die Smartwatch oder direkt auf dem Smartphone steuern. Diese werden eigentlich ganz hübsch dargestellt, so dass man z.B. auch WhatsApps lesen kann. Nur Bilder werden dort nicht direkt angezeigt. Möchte man sich auf dem Display aber auch nicht anschauen.

Die Steuerung auf der Uhr

Viel zu steuern gibt es auf der Smartwatch nicht. Es gibt zwar eine Taste auf der rechten Seite, aber im Prinzip kann man alles mit dem TouchDisplay machen. Per Swipes nach oben, unten links oder rechts kommt man durch die unterschiedlichen Menüs. Prinzipiell ist die Menüführung auch gut strukturiert und relativ intuitiv.

Mit einem Swipe nach oben bekommt man eine Übersicht über alle Benachrichtigungen, die auf der Uhr angekommen ist.

Ein Swipe nach unten öffnet das Quick Settings Menü, wie man es auch von seinem Smartphone kennt.

Mit dem Swipe nach rechts kommt man dann in die nächste Menüebene. Zuerst hat man hier einen Überblick über alle verbundenen Apps und Einstellungen. Mit einem weiteren Swipe nach rechts bekommt man seine Kontakte angezeigt, die man dann Anrufen, WhatsAppn, SMSn oder eine E-Mail schreiben kann. Entweder diktiert man hier den Text per Mikro, malt Emojis oder benutzt einige der vorgefertigten Textbausteine. So kann man auf die schnelle eine Antwort verschicken ohne das Smartphone aus der Tasche holen zu müssen. In der Nähe muss das Gerät aber trotzdem sein, da die Uhr nicht eigenständig die Nachrichten verschicken kann.

Was man ansonsten nicht auf der Uhr einstellen kann, steuert man über die Android Wear App. Insgesamt hat mich das alles sehr positiv überrascht. Ach ja, unter dem Wasser funktioniert das Display natürlich nur bedingt.

Den Pulsmesser kann man ebenfalls entweder über die Moto Body App oder über eine der Quick Funktionen ganz rechts im Mneü verwenden. Die Ergebnisse der Pulsmessung sind durchaus zu gebrauchen. Hier habe ich keine negativen Aussetzer wahrnehmen können. Auch die Sportaktionen hat er sauber protokolliert und den spübar ansteigenden Puls aufgenommen. 😉

Fazit

Ich benutze die Moto 360 Sport aktuell und werde sie auch erstmal weiterhin nutzen. Wenn man sich erstmal damit abgefunden hat, dass die Uhr jeden Abend an die Steckdose muss, ist das ein ganz hübsches Stück Technik, dass durchaus mal den ein oder anderen Blick aufs Smartphone spart. Auch Sportler kommen hier auf ihre Kosten und können dank GPS und eingebautem Speicher auch ohne Smartphone Laufen gehen und dabei Musik hören, die entsprechenden MP3s vorausgesetzt. Spotify oder andere Music Streamingdienste offline verfügbar machen, geht hier leider nicht. Für den Vollpreis von 270 EUR würde ich sie mir definitiv nicht holen, aber da es mittlerweile immer häufiger Angebote für ca. 150 EUR gibt, ist das durchaus eine preiswerte Alternative zu den Apple Watches oder Samsung Gear Hochpreismodellen.

**Update zum 27.12.2016**

Ein Monat später ist dann leider das Touchdisplay von einer Sekunde zur nächsten ausgefallen. Selbst Resets konnten die Funktion nicht mehr wiederherstellen. Nach einem ganzen Tag Troubleshooting habe ich das Gerät an Amazon zurück geschickt. Schade eigentlich, eigentlich hat mir die Moto 360 Sport ganz gut gefallen.

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Baujahr 1982 in Darmstadt – von klein auf am Rechner und an der Konsole – E-Sports Vergangenheit – 5 Jahre Informatik Studium, 3,5 Jahre Informationsrecht – mittlerweile was seriöses studiert und verdinge mich als Leiter Lizenzmanagement bei einem Automobilzulieferer in Gelnhausen.

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2 Comments

  1. avatar
    Maxa

    also eine gute Smartwatch bis 200 Euro ist für mich definitive dieses Gerät . Die Uhr ist hochwertig verarbeitet, hat ein schönes Design und funktioniert sehr zuverlässig. Die Uhr informiert einen über eingehende E-Mails, SMS, wichtige Kalendereinträge, Facebook- und Twitter-Nachrichten sowie Anrufe und andere Nachrichten und ist mir Android Geräten kompatibel.

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