Kinderzimmer: Wieviel Platz benötigt man für ein Kind ?

Häufig höre ich die Aussage „Ne unsere Wohnung ist zu klein, deswegen haben wir uns gegen ein zweites Kind entschieden“ oder „Wir müssen erst umziehen bevor wie die Kinderplanung angehen“. In diesen Momenten denke ich immer an meine Kindheit. So schlimm war das damals ja irgendwie doch nicht.

Darmstadt Anno 1982

Als ich geboren wurde, sind meine Eltern gerade in eine solide 3 Zimmerwohnung mit ca. 75 qm gezogen. Wenn man dem Familien Report aus Baden-Württemberg Glauben schenken darf, dann war das schon verdammt wenig Platz.  Pro Kopf sind es bei Familien im Schnitt 31 qm pro Kopf und sinkt immer weiter je stärker sich das Brutto-Einkommen der Armutsgrenze nähert. Zu diesem Zeitpunkt waren wir jedenfalls zu fünft, da meine Schwester und mein Bruder ja ebenfalls irgendwo wohnen wollten. Wie man sich ausrechnen kann, blieb für meine Geschwister dann nur ein kleines Zimmer übrig, wo wir dann zu Dritt die nächsten Jahren wohnen sollten. Da ich der Kleinste war, durfte ich mir auch erst zuletzt mein Bett aussuchen also landete ich auf der oberen Etage des Etagenbett. Meine Schwester hatten den Luxus eines eigenen Bettes als das Kinderzimmer angeschafft wurde, welches zum Teil auch heute noch bei meinen Eltern steht.

Auf jeden Fall war es eng und oft ist man sich ein wenig auf die Nerven gegangen. Zum Glück war das Fernseherprogramm zu dem Zeitpunkt recht überschaubar und so haben wir dann doch die meiste Zeit draußen verbracht, sofern es die Witterung zuließ .  Heutzutage in Zeiten von Smartphones, Nintendo DS und Computern ist das so eine Sache, aber wieviel Platz ist tatsächlich gesund?

Keine Selbstaufgabe der Eltern

Beim Umzug des Bruders meiner Frau habe ich das erlebt, was ich vor einigen Jahren erst bei meiner eigenen Schwester erleben musste. Zuerst wollte die Eltern sich komplett aufgeben. Natürlich muss das Kind das größere Zimmer bekommen. Wir gehen dann gerne in die Hundehütte. Schon bei meiner Schwester war das elterliche Schlafzimmer eine Schlafkoje, wo alles reingestopft wurde, was sonst nirgends passt. Hautpsache von den Kindern hat jedes ein eigenes Zimmer und viel Platz.

Mittlerweile lebt meine Schwester in einem Reihenhaus mit einer eignene Etage für sich und meinen Schwager, aber ich bin mir sicher, dass die Zeiten aus der „engen“ Wohnung bestimmt kein Zuckerschlecken waren und bestimmt kein Spaß gemacht haben.

Die Messlatte niedrig ansetzen

Mein Plan ist es erstmal ganz klein anzufangen. Momentan haben wir unser kleinstes Zimmer in das Kinderzimmer für unsere Tochter umfunktioniert. Das ehemalige Arbeitszimmer ist jetzt im Schlafzimmer, ohne dass es dort zu eng und zu chaotisch aussieht. Unabhängig davon, ob wir demnächst umziehen oder nicht, werde ich auf weiterhin dafür sorgen, dass unser Kind ein kleines Zimmer bekommt, wo gerade so das nötigst reinpasst. Ein Bett und ein Schrank (Check), wenn die Schulzeit beginnt ein Schreibtisch (auch Ok) eine Couch, ein Kicker und eine eigene Dusche? (never ever). Das Kind soll sich meiner Meinung nach durchaus in seinem Zimmer wohl fühlen und dort auch einen Rückzücksort haben. Gerade im späteren Altern, wenn das Kind langsam mobil wird, ist das immer wichtiger. In den ersten zwei Jahren juckt das Kind das vermutlich erstmal überhaupt nicht. Ansonsten soll mein Kind ruhig raus in die Natur oder wenigstens zum nächsten Spielplatz gehen und dort auf andere Mini-Menschen und Eindrücke stoßen. Auf keinen Fall soll es sich in seinem geräumigen Zimmer zu gemütlich machen und dort Eier legen.

Vermutlich wird es aber eh so kommen, dass unsere Kinder mit 5 Jahren bereits das neuste BabyiPhone von Apple haben und daran wie Zombies hängen. Ist mir dann auch egal, hauptsache Sie machen das draußen in der Natur. 🙂

Fazit

An dieser Stelle nochmal meine Empfehlung. Gebt euch als Eltern nicht auf. Steckt nicht bei allen Punkten zurück. Am Ende wird man sich deswegen nur noch Zanken und das wird das Kind dann bestimmt auch mitbekommen. Lieber eine wohnenswerte Umgebung für die Eltern schaffen, dann wird das Kind von der positiven Ausstrahlung ebenfalls profitieren.

Wie sieht es bei euch aus? Wurde das Schlazimmer geräumt und gegen das kleine Arbeitszimmer eingetauscht, damit der zukünftige Sohn sich dort in Ruhe auf seine Fussballerkarriere vorbereiten kann? Die Tochter hat einen riesigen Wandspiegel im Zimmer, da das ja förderlich ist für die Balettkarriere?

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Baujahr 1982 in Darmstadt – von klein auf am Rechner und an der Konsole – E-Sports Vergangenheit – 5 Jahre Informatik Studium, 3,5 Jahre Informationsrecht – mittlerweile was seriöses studiert und verdinge mich als Leiter Lizenzmanagement bei einem Automobilzulieferer in Gelnhausen.

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