Huawei P10 Review nach 1 Woche: Edel und potent

Eine Woche lang hat mich das Huawei P10 als Daily Driver begleitet und ich bin auch weiterhin sehr angetan von Huaweis jüngstem Flaggschiff. Gerade der Preis von 599 EUR ist im Vergleich zu den 749 EUR für das LG G6 oder 799 EUR für das Samsung Galaxy S8 durchaus eine Ansage und für den ein oder anderen Käufer ein wichtiger Aspekt bei der Kaufentscheidung. Schauen wir uns aber jetzt das Huawei P10 erstmal im Detail an.

Display

Huawei verbaut im P10 ein 5.1 Zoll großes IPS Display ein, welches sich durchaus sehen lassen kann. Blickwinkel sind stabil, genug Helligkeit um auch bei Sonnenschein etwas zu erkennen, Farben sind im Gegensatz zu anderen Chinaphones doch sehr warm und nicht übertrieben. Da fällt auch die „nur“ FullHD Auflösung überhaupt nicht auf. Damit der Frontscheibe nichts passiert, hat Huawei Cornings Gorilla Glas 5 verbaut. Definitiv eine gute Entscheidung. Zu erwähnen ist hier noch, dass Huawei auf die Anti-Fettbeschichtung auf dem Display verzichtet hat, was dazu führt, dass man hier schnell die Abdrücke auf dem Display erkennen kann… theoretisch. Dieses Thema wurde ja von einigen Youtubern bereits intensiv bemängelt, sanz so schlimm war es im Alltag dann doch nicht. Auch wenn man bei ausgeschaltetem Display die Abdrücke sehen konnte, haben diese im Alltagsbetrieb nie gestört. Auch das total heftige Schrubben, das angeblich notwendig ist, um das Display sauber zu kriegen, kann ich ebenfalls nicht bestätigen. Einmal mit dem Microfasertuch drüber und fertig. Das war bei meinem Samsung Galaxy S7 auch nicht anders.

Fingerabdruckscanner

Der Fingerabdruckscanner ist eine Bombe. Selbst das iPhone 7 kann da in Sachen Geschwindigkeit nicht mithalten. Bemerkenswert ist auch, dass ich mir nie Gedanken machen musste wie sauber oder trocken meine Finger sind. Selbst mit teilweise noch feuchten oder schmutzigen Fingern konnte ich problemlos mein Gerät entsperren. Super gemacht Huwei sage ich da nur. An dieser Stelle betone ich auch nochmal meine Vorliebe für Fingerabdruckscanner, die auf der Frontseite verbaut sind. 🙂

Performance

Mit dem Kirin 960 Octa-Core Eigengewächs, der Mali G8 Grafikeinheit und 4 GB RAM hat Huawei definitiv nichts falsch gemacht. Im direkten Vergleich mit Apples A9 Prozessor, dem Qualcom Snapdragon 820 – 835 oder Samsungs Exynos Prozessoren muss der Kirin 960 sich zwar geschlagen geben, aber in 99% der Fälle wird man diesen Performanceunterschied überhaupt nicht merken. Egal welche Spiele ich gespielt habe, waren diese erstmal geladen, gab es hier kein Geruckel. Auch beim Betriebssystem spielen die CPUs in dieser Größenordnung schon lange keine Rolle mehr. Nur um mal ein paar Zahlen zu liefern, beim Antutu Benchmark schafft das Huawei P10 142.000 Punkte, während das iPhone 7 hier 167.000 Punkte schafft.

Kamera

Dual-Kameras findet man ja auf immer mehr Smartphones, so auch wieder beim Huawei P10. Neben dem 12 MP Farbsensor ist hier noch ein 20 MP Monochromsensor verbaut, der für die entsprechende Schärfe und Details auf den Bildern sorgen soll. Man kann diesen aber auch eigenständig verwenden und erhält dann teilweise richtig feine Schwarz-Weiß Bilder. Leider wurde beim P10 nur eine f/2.2 Blende verbaut im Gegensatz zum P10 Plus wo eine f/1.8 Blender enthalten ist. Dies macht sich bei Nachtaufnahmen dann doch das ein oder andere Mal bemerkbar, da das Rauschen hier doch schon früher anfängt. Die Kamera App versucht zwar immer etwas dagegen zu halten indem z.B. die Belichtungszeit etwas verlänger wird, aber dazu braucht man dann am besten ein Stativ oder eine verdammt ruhige Hand. Auf der Frontseite ist eine 8 MP Kamera mit f/1.9 Blende verbaut, die durchaus zu gebrauchen ist. Diese wird dann demnächst mein Lumia 950 in Sachen Vlogs ablösen. Der Portrait Modus ist eine nette Spielerei und erschafft man hier ein schönes Bokeh, das teilweise wie von einer Spiegelreflexkamera gemacht aussieht.

Die Zusammenarbeit mit Leica scheint sich aber echt bezahlt zu machen, so dass sich die Kamera des P10 definitiv nicht vor der Konkurrenz verstecken muss. In den nächsten Tagen gibt es dazu aber nochmal ein Video, das sich nur mit den Kameras des P10 auseinandersetzt.

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Lautsprecher

Ein Lautsprecher ist verbaut und sorgt für ausreichend Lautstärke für Musik, Videos oder Freisprechen per Lautsprecher. Bis 60-70 % der Lautstärke hört sich das auch noch gut an, aber dann wird es langsam schräg. Mittelklasse Kost, mehr muss man dazu nicht sagen.

Akku

Der 3200 mAh Akku ist leider nicht austauschbar, bringt einen aber in der Regel ohne Probleme über den Tag. Unterstützt wird man hier von Huaweis Appmanager, der teilweise sehr rigoros die Hintergrundnutzung von Apps beschneiden kann. Hier muss man eine Balance zwischen Nutzen und Sparsamkeit für sich selber entscheiden. Die Akkulaufzeit ist aber definitiv nichts, was man beim P10 besonders hervorheben kann. Immerhin kann man ja dank Huaweis SuperCharge hier innerhalb von 90 Minuten das Gerät komplett aufladen. Gerade wenn der Akku stark entladen ist, geht bis 50% Ladekapazität das Aufladen im Turbomodus. Danach schaltet das P10 langsam runter. Auch wenn man hier USB Type-C im Einsatz hat, darf man bei der Datenübertragung nicht zu viel erwarten. Leider steckt hinter dem Anschluss auch weiterhin ein USB 2.0 Modul.

Fazit

Huawei möchte in der Topliga mitspielen und schafft dies mit dem P10 auf jeden Fall. Das P10 ist vielleicht nicht das schnellste Smartphone auf dem Markt, aber wie man am Fingerabdruckscanner sehen kann, spielt das in der Praxis auch nur selten eine Rolle. Mit 64 GB internem Speicher, von dem 50 GB bei Start frei sind, kann man bei anderen Anbietern nur träumen. Häufig ist hier schon der Aufpreis von 50-100 Euro notwendig. Auch die Möglichkeit den Speicher per MicroSD Karte zu erweitern, ist mittlerweile Standard geworden und Huawei bleibt hier am Ball. Von meiner Seite aus kann man mit dem P10 erstmal nichts falsch machen.

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Baujahr 1982 in Darmstadt - von klein auf am Rechner und an der Konsole - E-Sports Vergangenheit - 5 Jahre Informatik Studium, 3,5 Jahre Informationsrecht - mittlerweile was seriöses studiert und verdinge mich als Leiter Lizenzmanagement bei einem Automobilzulieferer in Gelnhausen.

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