Ein Monat Papa – Zeit für eine Bestandsaufnahme

Der erste Monat Papa ist rum und ich muss es sagen verglichen zu den letzten 32 Jahren war das doch ein sehr ereignisreicher und spannender Monat. Gerade in den ersten Tagen war jeder Mucks jede Zuckung und jeder Pups ein Signal das umfangreich analysiert wurde. „Ja die hat gelacht“ „Nee du pupst, weil sie satt ist“ Ich hätte nie gedacht, dass ich mich irgendwann mal mit meiner Frau über die Farbe des Windelinhaltes unterhalten werde, aber man wird immer wieder aufs neue überrascht.  Am Ende vom Tag beschränkt sich die Tätigkeit aber immer auf Schlafen, Fressen oder Schreien. Viel mehr Abwechslung gibt es momentan nicht, wobei mir das Schlafen definitiv noch am besten gefällt.

Amaja (1)Meine Vorstellung und die Realität

Glücklicherweise bin ich ja jemand, der immer vom schlimmsten Fall ausgeht, insofern war jetzt doch recht überrascht, dass die erste Zeit doch recht entspannt war. Anfangs war man noch etwas panisch und hat alles doppelt und dreifach überprüft, nachgeschlagen und kommentiert, aber mit der Zeit lernt man dann doch, dass diese kleine Wesen, dann doch nur Miniatur-Menschen sind und eigentlich die selben Vorlieben und Neigungen haben.

Natürlich liest man im Netz oder hört von Bekannte immer den Worst Case. Kinder, die ununterbrochen schreien. Kinder, die Haufen machen, die so hoch sind wie der Mount Everest und die riechen wie eine Klärgrube nach einem Zombieangriff. Das alles ist uns mehr oder weniger ersparen geblieben. Windeln müssen auch bei unserer Kleinen noch gewechselt werden, soweit haben wir sie dann doch noch nicht, aber es ist schon ein Vorteil, wenn man das Kind nicht bei jedem Windelwechsel grundreinigen muss.

Was die Ernährung angeht, so beschafft sich die Kleine eigenständig ihre Milch und meine Frau gibt das auch gerne her. Hier ist ein Knackpunkt, der immer wieder aufkommt. Manche Frauen geben wohl zu früh auf was das Stillen angeht. Auch meine Frau war anfangs ziemlich verzweifelt, aber die Ausdauer hat sich am Ende ausgezahlt und so konnte ich dann am Wochenende auch endlich unsere Milchpumpe der Apotheke zurückgeben. Zum Thema Milchpumpen werde ich wohl bei Gelegenheit nochmal einen Bericht schreiben oder ein Video aufnehmen. 🙂

Daddy-Time

Ich wickel die Kleine richtig gerne und auch das Baden macht richtig Spass, wenn man diesem kleinen Wesen so zuschaut. Was ich persönlich am interessantest und auch am wichtigsten finde, ist der regelmäßige Umgang mit dem Neugeborenen. Natürlich hängt das Kind fast 50% an der Mutter und nuckelt da irgendwo rum. Wenn die ersten Wochen aber rum sind und auch das Kind mehr und mehr von der Umwelt wahrnimmt, sollte man sich duchaus mal eine Auszeit gönnen und sich direkt mit dem Kind beschäftigen. Am Wochenende nehme ich die Kleine mal für 1-2 h mit und fahr im Kinderwagen z.B. in die Stadt. Dann hat meine Frau auch mal etwas Zeit für sich und ich kann auch etwas Zeit alleine mit meiner Tochter verbringen. Große Gespräche führen wir da natürlich nicht und die meiste Zeit scheint sie auch nur zu pennen, aber ich habe schon das Gefühl, dass sie merkt, dass Mama nicht da ist und das auch nicht so schlimm ist.

Auch der kurze Ausflug mit dem Tragetuch oder dem Tragegurt sollte man durchaus sich mal gönnen. Samstag war ich ein paar kurze Erledigungen machen und hab dann gleich Amaja mitgenommen. Meine Frau konnte in Ruhe duschen und sich etwas zu essen machen und ich konnte das schöne Wetter zusammen mit meiner Tochter genießen. Ab und zu war sie dann auch mal wach und hat geschaut was Papa  so treibt.

Amaja (2)

Natürlich weiß ich, dass die Beziehung zwischen Mutter und Kind etwas ganz besonderes ist. Trotzdem sollte man als Papa hier am Ball bleiben … auch als beruftstätiger Papa. So bekommt man auf jeden Fall etwas von der Entwicklung seiner Kinder mit und baut gleichzeitig noch beim Vorbeigehen eine Beziehung zu seinem Kind auf.

Fazit

Ein Monat Papa war genau so wie ich es mir vorgestellt habe. Naja nicht ganz, ich hab es mir definitiv schlimmer vorgestellt. ^_^ Ich bin gespannt was die nächsten Woche und Monat so bringen. Spätestens wenn die Zähne kommen wird es wieder hart werden. Hoffentlich haben wir aber bis dahin ein starkes Fell aufgebaut, dass uns diese Zeit dann überstehen lässt ohne komplett wahnsinnig zu werden. Momentan sind die Schreie unserer Tochter für mich noch wie Musik, aber bei 150 db direkt am Ohr kann selbst Klassik richtig weh tun. 🙂

Wie ist es bei euch so abgelaufen? Waren die ersten Wochen eher zum kotzen oder das Beste, was ihr je erlebt habt? Wenn euer Kind noch nicht da ist, was habt ihr für Erwartungen an die ersten Wochen ?

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Baujahr 1982 in Darmstadt - von klein auf am Rechner und an der Konsole - E-Sports Vergangenheit - 5 Jahre Informatik Studium, 3,5 Jahre Informationsrecht - mittlerweile was seriöses studiert und verdinge mich als Leiter Lizenzmanagement bei einem Automobilzulieferer in Gelnhausen.

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5 Comments

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    Christian

    Amaja=Die Geliebte

    Diese kleine bezaubernde Schönheit kann froh sein, einen so intelligenten, fürsorglichen und liebenden Vater zu haben.

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